Der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum entscheidet, ob etwas noch auf den Teller darf oder in die Tonne muss – und kaum ein Paar wird so oft verwechselt. Das eine ist nur ein Qualitätsversprechen des Herstellers; das andere eine harte Sicherheitsgrenze, hinter die du nicht gehen solltest. Und das „Verfallsdatum", das viele als Drittes vermuten, gibt es bei Lebensmitteln offiziell gar nicht.
MHD: das Mindesthaltbarkeitsdatum
Das MHD ist in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV, (EU) 1169/2011, Anhang X) geregelt: „das Datum, bis zu dem sich ein verpacktes Lebensmittel mindestens lagern und verzehren lässt und dabei seine spezifischen Eigenschaften behält." Es ist eine Qualitätszusage, kein Sicherheitsdatum – vieles ist danach noch lange gut.
Verbrauchsdatum: „zu verbrauchen bis"
Das Verbrauchsdatum steht auf sehr leicht verderblichen Lebensmitteln. Hier ist die Formulierung eindeutig: „Nach Ablauf … besteht eine Gesundheitsgefahr durch Keime, die für Verbraucher nicht erkennbar sind." Vorgeschrieben ist es unter anderem für Hackfleisch, Geflügelfleisch, Vorzugsmilch, Räucherfisch, frischen Fisch und vorgeschnittene Salate (BVL, Verbraucherzentrale). Diese Ware gehört besonders kalt gelagert – wie lange sie hält, zeigt unser Ratgeber zur Haltbarkeit im Kühlschrank.
Allgemeine Information, keine gesundheitliche Beratung. Bei einem Verbrauchsdatum gilt: nach Ablauf nicht mehr essen – die Sinnesprüfung hilft hier nicht, weil die Gefahr unsichtbar ist.
Und das Verfallsdatum?
Ein „Verfallsdatum" ist kein Begriff des EU-Lebensmittelrechts. Das BVL verwendet ihn umgangssprachlich als Synonym für das Verbrauchsdatum; im deutschen Alltag denken die meisten dabei eher an Medikamente. In Österreich und der Schweiz taucht das Wort ebenfalls nur umgangssprachlich auf. Wer glaubt, es gäbe eine eigene Kategorie „Verfallsdatum" für Essen, irrt (BMLEH).
| Begriff | Was es bedeutet | Nach Ablauf |
|---|---|---|
| MHD | Qualität garantiert bis zu diesem Tag | oft noch gut – mit Sinnesprüfung |
| Verbrauchsdatum | letzter sicherer Verzehrtag | nicht mehr essen (unsichtbare Keime) |
| Verfallsdatum | kein Lebensmittel-Begriff; umgangssprachlich = Verbrauchsdatum, sonst Medikamente | — |
Warum das wichtig ist – auch in Österreich
Die Verwechslung kostet Berge von gutem Essen. In Österreich, wo die LMKV die EU-Vorgaben umsetzt, gehen schätzungsweise rund 10 % des Lebensmittelabfalls allein auf ein falsch verstandenes MHD zurück (WUA Wien, Österreich isst informiert, die umweltberatung). Die zwei häufigsten Fehler: ein abgelaufenes MHD vorschnell wegwerfen, statt kurz zu prüfen, ob es noch essbar ist – und umgekehrt die Sinnesprüfung auf Verbrauchsdatum-Ware anwenden, wo sie nicht greift.
Beide Daten, ein Handgriff
Hast du beide Daten im Blick, wirfst du weniger Gutes weg und gehst bei den heiklen Produkten kein Risiko ein. Expiroo merkt sich für jedes Produkt das Datum und meldet sich rechtzeitig – ohne Konto, alles bleibt offline auf dem Gerät.

