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Lebensmittelverschwendung in Deutschland: Statistik & Zahlen

· 7 Min. Lesezeit

Zur Lebensmittelverschwendung in Deutschland kursieren zwei offizielle Gesamtzahlen – und beide stimmen. Sie messen nur Unterschiedliches, weshalb die Statistik auf den ersten Blick eindeutig und trotzdem verwirrend wirkt. Hier stehen die Zahlen sauber getrennt nebeneinander.

Die Gesamtzahl: 10,8 Millionen Tonnen

Über alle Sektoren hinweg fielen 2022 rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, 2023 waren es 10,9 Mio. Tonnen. Die größte Quelle sind die privaten Haushalte mit 58 %, gefolgt von Außer-Haus-Verpflegung (18 %), Verarbeitung (15 %), Handel (7 %) und Primärproduktion (2 %). Pro Kopf entfallen auf die Haushalte 74,5 kg im Jahr (BMLEH, Umweltbundesamt).

Besonders bitter: Laut zu gut für die Tonne wirft ein Großteil der Haushalte Lebensmittel weg, die noch verwertbar gewesen wären – rund 86 %.

Warum kursieren zwei verschiedene Zahlen?

Neben den 10,8 Mio. Tonnen liest man oft „rund 9 Millionen Tonnen". Kein Widerspruch, sondern ein anderer Messbereich: Der SDG-Indikator 12.3.1b des Statistischen Bundesamts erfasst nur Handel, Gastronomie und Haushalte – ohne Verarbeitung und Primärproduktion. In diesem engeren Rahmen waren es 2022 rund 9,04 Mio. Tonnen. Wer beide Zahlen nebeneinanderstellt, muss also wissen, was jeweils mitgezählt wird.

SDG-Indikator 12.3.1b: Handel, Gastronomie und Haushalte (Mio. Tonnen)Balkendiagramm: Lebensmittelabfälle in Handel, Gastronomie und Haushalten – 2020: 9,15, 2021: 9,21, 2022: 9,04, 2023: 8,86 Millionen Tonnen.9,1520209,2120219,0420228,862023
SDG-Indikator 12.3.1b: Handel, Gastronomie und Haushalte (Mio. Tonnen) · Statistisches Bundesamt (Destatis)

Die Zeitreihe sinkt langsam (2023: 8,86 Mio. t, 106 kg pro Kopf), aber deutlich zu langsam für die Ziele.

Die Ziele: SDG 12.3 und die neue EU-Richtlinie

Deutschland hat sich dem UN-Nachhaltigkeitsziel SDG 12.3 verpflichtet: die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Seit 2025 wird es konkreter: Die verbindliche EU-Richtlinie 2025/1892 fordert bis Ende 2030 −30 % pro Kopf in Handel, Gastronomie und Haushalten sowie −10 % in der Verarbeitung.

Wo der größte Hebel liegt

Mit 58 % sind die Haushalte der größte Einzelposten – und damit der Ort, an dem sich am meisten bewegen lässt. Welche Apps dabei helfen, zeigt unser Vergleich der Apps gegen Lebensmittelverschwendung. Genau dort setzt Expiroo an: Es erinnert rechtzeitig, bevor etwas abläuft, damit weniger Gutes in der Tonne landet.